Nymi Armbänder entsperren Smartphone per Herzschlag

Tam Hanna 7. September 2013 1 Kommentar(e)

Das Entsperren von Telefonen artet – trotz aller Arbeit auf Seiten von Google und Co – irgendwann in Arbeit aus. Es wäre weitaus intelligenter, das Smartphone immer dann zu entsperren, wenn sein Besitzer in der Nähe ist.

Vor einigen Wochen sorgte ein mit einem NFC-Transmitter versehener Ring auf KickStarter für Furore. Die dahinterliegende Idee ist, dass der Besitzer des Rings als „lebender Schlüssel“ dient – ärgerlicherweise funktioniert der Ring auch dann noch, wenn sein Benutzer nicht in der Nähe ist.

Nymi möchte dieses Problem mit einem kreativen neuen Gadget beheben. Es enthält einen kleinen EKG-Chip, der den Herzschlag des Nutzers analysiert. Anhand dieser Daten erfolgt eine Identifizierung: nur wenn der Träger des Armbands zur Stelle ist, wird das Telefon entsperrt.

Zur Steigerung der Sicherheit setzt der Hersteller auf ein Dreifaktor-Authentifizierungssystem. Die Entsperrung funktioniert nur dann, wenn der jeweilige Nymi-Armreifen, sein Nutzer und das passende Gerät an einer Stelle sind – der Abstand zwischen den beteiligten Geräten ist aufgrund der Verwendung von Bluetooth als Kommunikationsprotokoll eng begrenzt.

Die Auslieferung des Produkts ist für den Frühling des kommenden Jahres geplant. Der Hersteller nimmt schon jetzt Vorbestellungen an – die ersten 25000 Geräte wechseln um 79 US-Dollar den Besitzer, danach steigt der Preis auf 99 USD. Im Moment gibt es eine weiße, eine orange und eine schwarze Farbvariante.

Der Nymi-Armreifen ist in drei Farben verfügbar...

Der Nymi-Armreifen ist in drei Farben verfügbar…

Auf „Clientseite“ unterstützt der Hersteller Android und iOS, zudem arbeitet das Gerät auch mit unter Windows und Mac OS X betriebenen Computern und Notebooks zusammen.

Unser Gesprächspartner  Medizinalrat Dr. Ismail Nawaiseh blickt auf jahrzehntelange Diensterfahrung zurück...

Unser Gesprächspartner Medizinalrat Dr. Ismail Nawaiseh blickt auf jahrzehntelange Diensterfahrung zurück…

Eine kurze telefonische Befragung des prominenten Wiener Internisten Dr. Ismail Nawaiseh ergab folgendes Interview:

AndroidMag: Ist es möglich, Personen nur anhand ihres Elektrokardiogramms zu identifizieren.

Dr. Ismail Nawaiseh: Ja, zu hundert Prozent. Das Elektrokardiogramm einer Person genügt, um mit relativer Genauigkeit feststellen zu können, „wer vor einem sitzt“.

AndroidMag: Aber wie sieht es mit der Sicherheit aus? Würden Sie einem nur anhand eines Elektrokardiogramms gesicherten System empfindliche Daten anvertrauen?

Dr. Ismail Nawaiseh: (zögert) Das ist schwierig – der Vergleich eines alten und eines neuen EKGs miteinander ermöglicht eine hundertprozentige Korrelation. Aber: das impliziert keinesfalls eine hundertprozentige Ablehnung von „fremden“ Personen. Ich würde mal grob über den Daumen gepeilt sagen, die Genauigkeit bei der Ablehnung von Dritten ist im Bereich von 99% – ob man dem Armband empfindliche Daten anvertrauen soll, kann ich nicht beurteilen.

AndroidMag: Danke vielmals!

Damit liegt der Ball wieder bei euch. Würdet ihr diesem Armband eure sensiblen Daten anvertrauen?

Quelle: AndroidAuthority

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