Wikileaks: US-Geheimdienst spioniert uns intensiver aus, als zunächst angenommen

Michael Derbort 8. März 2017 Kommentare deaktiviert für Wikileaks: US-Geheimdienst spioniert uns intensiver aus, als zunächst angenommen Kommentar(e)

Eigentlich ist es kein großes Geheimnis und auch keine große Überraschung: Der US-Geheimdienst hat wohl sehr viele seiner Argusaugen auf uns geworfen. Dabei geht es noch nicht einmal um das einst abgehörte Kanzlerinnen-Handy. Auch in unserer Privatsphäre wird fleißig herumgewühlt.

Bild: © Bernd Wachtmeister/pixelio.de

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Big brother’s eye is watching you …

Das uns die USA ausspioniert, ist inzwischen kaum mehr einen Artikel wert. Das Ausmaß der Überwachung, wie nun von Wikileaks offengelegt, verursacht dennoch einige Schluckreflexe. Natürlich gehen wir davon aus, dass unsere Smartphones nicht vor den neugierigen Augen jenseits des Atlantiks sicher sind. Gerade Android-Geräten haftet ja der Nimbus an, in dieser Sache recht anfällig zu sein. Da verwundert es auch nicht, dass die CIA über ein hübsches Arsenal an geeigneten Werkzeugen, namentlich Viren, Trojaner und andere digitale Spielsachen, verfügt. iPhone-Nutzer sollten sich hier nicht zu weit zurücklehnen, denn auch die iPhones 4-6 sind auf der Liste gehackter Geräte.

Und damit nicht genug: Auch an TV-Geräten der Marke Samsung (vor allem das Modell F-8000) wurde fleißig herummanipuliert. Während das Gerät so tut, als sei es im Ruhemodus, sind Kamera und Mikrofon aktiv – ähnlich wie auch bei Handys. Sie alle dienen dann auch trefflich als Wanzen. Die Liste der überwachten Geräte und Software umfasst alles, was bis Ende 2016 auf den Markt gekommen ist. Dazu kommen auch noch PCs und andere vergleichbare Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte.

Organisiert wird diese allumfassende Überwachung übrigens von Frankfurt aus. US-Agenten können sich in Deutschland relativ frei bewegen und können daher ihre „Arbeit“ ungehindert durchführen. Die Nulllösung würde natürlich lauten, den Smart-TV und alle Handys auf den Elektronik-Schrott zu werfen und den alten Röhrenfernseher und das Wählscheibentelefon wieder aus dem Dachboden auszumotten, aber für übertriebenen Aktionismus dürfte es zunächst keinen sachlichen Grund geben. Die Frage, was wir uns da ins Haus geholt haben, darf aber schon gestellt werden.

Die betroffenen Hersteller haben übrigens bereits teilweise reagiert. Apple lässt verlauten, dass die so offenbarten Lücken bereits geschlossen werden und nach dem nächsten iOS-Update behoben sein werden. Microsoft nimmt seinerseits die Sache ernst, ein weiterführender Kommentar ist derzeit noch nicht erfolgt, Google und Samsung haben sich bislang noch gar nicht dazu geäußert, Autobauer nehmen hingegen ebenfalls das Thema auf und passen ihre eigenen Konzepte entsprechend an.

Auffallend wortkarg gibt sich im Moment die CIA. Von dieser Seite aus wurden die Enthüllungen bislang nicht kommentiert.

Quelle: phys.org

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