App-Entwickler: Rund 2 Prozent verdienen mehr als die restlichen 98 Prozent, nur ein Drittel kann von Einkünften leben

Redaktion 22. Juli 2014 0 Kommentar(e)

Wir haben es schon des Öfteren gehört, dass diverse App-Entwickler wie King oder Wooga mehrere Millionen täglich verdienen. Doch das gesamte System birgt ein paar Schwierigkeiten in sich, die nicht so einfach überwunden werden können.

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Die App-Entwicklung ist ein rentables Geschäft, sollte man zumindest meinen. Wie jetzt eine Umfrage von Vision Mobile zeigt, können nur 34 Prozent der App-Entwickler von den Einnahmen durch die Apps leben. Doch es kommt noch dicker: Zirka 1,6 Prozent der Entwickler verdienen mehr als die restlichen 98,4 Prozent.

Obwohl Android den Smartphone-Markt dominiert, sind nach wie vor viele Entwickler auf iOS spezialisiert. (Foto: Vision Mobile)

Obwohl Android den Smartphone-Markt dominiert, sind nach wie vor viele Entwickler auf iOS spezialisiert. (Foto: Vision Mobile)

Über 10.000 Entwickler aus 137 unterschiedlichen Ländern wurden in 5 Wochen befragt und dabei kam ein sehr interessantes Ergebnis zustande. Das berühmt berüchtigte eine Prozent, dass man aus der Wirtschaft kennt, gibt es auch bei den App-Entwicklern, doch dazu später noch einmal mehr. Zur besseren Übersicht wurden die Entwickler in vier unterschiedliche Gruppen eingeteilt: die „Nichts-Haber“, die „Geplagten“, die „Kämpfer“ und die „Haber“.

Die „Nichts-Haber“

Wie man sich vielleicht denken kann, sind die „Nichts-Haber“ der größte Anteil. 47 Prozent aller App-Entwickler gehören zu dieser Gruppe, wobei sich diese auch wieder in zwei Anteile splittet. 24 Prozent dieser Entwickler möchten gerne mit ihren Apps Geld verdienen, bekommen aber nicht einmal einen Cent. Die restlichen 23 Prozent verdienen zwar mit ihren Anwendungen, allerdings weniger als 100 Dollar pro Monat pro App.

Die meisten von denen haben deutlich mehr Aufwendungen (Testgeräte, Entwickler-PC, Werbung, etc.) als Einnahmen und machen folglich ein Minus-Geschäft.

In diesem Sektor befinden sich auch die meisten Hobby-Programmierer, die nur zum Zeitvertreib Apps programmieren bzw. etwas Neues ausprobieren möchten. Rund 35 Prozent gehören zu diesen Hobby-Entwicklern, wobei auch hier die Hälfte gerne mit den Apps Geld verdienen möchte, aber keinen Cent einnehmen.

88 Prozent aller Entwickler verdienen weniger als 10.000 Dollar. (Foto: Vision Mobile)

88 Prozent aller Entwickler verdienen weniger als 10.000 Dollar. (Foto: Vision Mobile)

Die „Geplagten“

Diese Sektion bringt es schon nur mehr auf 22 Prozent und nimmt im Durchschnitt zwischen 100 und 1.000 Dollar pro Monat pro App ein. Unternehmen, die rein nur Apps entwickeln und sich in diesem Segment aufhalten können kein normales Programmierer-Gehalt bezahlen, so Vision Mobile.

Zusammen mit den „Nichts-Haber“ machen die beiden Gruppen schon 69 Prozent aller Entwickler aus, welche sich nur mit der reinen App-Entwicklung gar nicht bis kaum die Existenz leisten können.

Die „Kämpfer“

Ein wenig besser sieht das Ganze schon bei den Kämpfern aus, denn mit Einnahmen zwischen 1.000 und 10.000 Dollar pro Monat pro App lässt es sich meist schon vernünftig leben. 19 Prozent der befragten Entwickler gehören zu dieser Gruppe. Oftmals handelt es sich bei diesen Apps aber um aufwändigere Anwendungen, weshalb hier mehr Entwicklungskosten und eventuelle Server-Zahlungen dazukommen, wodurch der Reingewinn wieder geschmälert wird.

Die „Haber“

An der Spitze befinden sich rund 12 Prozent aller Entwickler und verdienen pro Monat und pro App mehr als 10.000 Dollar. Das extreme daran ist, obwohl 12 Prozent zu der Gruppe gehören, gibt es noch 1,6 Prozent die die Einnahmen pro Monat und pro App wahrlich sprengen. Mehrere Millionen Dollar werden von diesen Unternehmen eingenommen. Beispiele dafür sind King oder Wooga. Diese knapp 2 Prozent verdienen pro Monat mehr als die 98 Prozent zusammen.

Was bedeutet das alles?

Unterm Strich heißt das zum einen für Entwickler, dass es absolut nicht einfach ist eine wirklich virale und gute App zu programmieren, die auch einen internationalen Erfolg verzeichnet. Bei den Nutzern muss auch ein Umdenken stattfinden, denn Apps sind vielmehr als Wegwerf-Produkte zu sehen und nicht als Langzeitinvestition. Früher wurde eine Software von einem bestimmten Entwickler für den Computer gekauft und diese wurde lange verwendet sowie neuere Versionen dieser angeschafft. Bei Apps verhält sich das Ganze etwas anders. Vor allem durch die Schnelllebigkeit und die schnelle Entwicklung werden die Anwendungen schnell einmal durch neuere und vielleicht bessere ersetzt.

iOS vs. Android

Zu guter Letzt bleibt noch die Frage zu klären, warum viele App-Entwickler nach wie vor zuerst auf iOS setzen und erst später die App für Android bringen. Ausschlaggebend sind hier die Entwicklungskosten. Während die Apple-Geräte alle durch die Bank mit der gleichen Hardware bestückt sind, ist es für die Entwickler einfacher und kostengünstiger eine App für diese Plattform zu programmieren. Des Weiteren sind die iOS-Nutzer eher gewillt mehr Geld für Apps auszugeben (das belegt auch diese Statistik) und auch die Raubkopien spielen auf der Apple-Plattform eine nur kleine Rolle. Während man auf iPhones nur via Jailbreak aus anderen Quellen Apps herunterladen und installieren kann, ist das bei Android schon ab Werk ohne spezielle Eingriffe möglich.

Quelle: Vision Mobile

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