Ein Gefühl des neuen Fahrens – Audi AI:ME

Hartmut Schumacher 28. August 2019 Kommentare deaktiviert für Ein Gefühl des neuen Fahrens – Audi AI:ME Kommentar(e)

Der Innenraum: Wohnzimmer und Arbeitsplatz

Der Innenraum des Audi AI:ME unterscheidet sich deutlich von dem herkömmlicher Kompaktwagen. Das liegt unter anderem daran, dass dieses Auto zeitweise selbstständig fahren kann – und der Fahrer in diesen Zeiträumen zum Fahrgast wird, der das Innere des Wagens als Wohn- oder Arbeitszimmer verwenden kann.

James Nissen, Interieur Architect Designer bei Audi, erläutert das Konzept: „Wir haben den AI:ME komplett aus der Nutzerperspektive heraus gedacht. Wir haben uns in die Person hineinversetzt, die mit dem AI:ME in der Stadt von A nach B fährt und sich dabei von der Hektik der Großstadt abkapseln will. Daher haben wir im Designprozess auch das Hauptaugenmerk auf das Interieur gelegt.“

Die Sitze beispielsweise sollen so bequem sein wie Sessel. Wollen sich die Fahrgäste miteinander unterhalten, so können sie die vorderen Sitze nach hinten drehen – und die Positionen der Tische in der Mitte nach ihren Bedürfnissen verändern. Ergänzt werden diese Tische durch etliche weitere Ablageflächen.

Glasscheiben nicht nur an den Seiten, sondern auch im Dachbereich lassen viel Licht in das Innere des Wagens gelangen. Ist das mal nicht gewünscht, dann gibt es die Möglichkeit, die Scheiben dank einer elektrochromatischen Beschichtung stufenlos zu tönen.

  1. Die Bedienungselemente des Konzeptfahrzeugs Audi AI:ME sind – wenn sie nicht benötigt werden – hinter einer Abdeckung aus Walnussholz versteckt.
  2. Auf der Cockpit-Abdeckung und zwischen den Vordersitzen befinden sich große Ablageflächen – die dank integrierter Magnete metallene Becher oder Teller festhalten können.
  3. Hochwertige Textilien, Holz und Acrylstein (für die Touchpads in den Türbrüstungen) sollen für eine ebenso „wohnliche wie luxuriöse Atmosphäre“ sorgen.

Grün nicht nur wegen des Elektromotors

Unerwartet: Audi integriert lebendige Pflanzen in den Innenraum des Konzept­autos. Sie sollen beim Fahrer und bei den Beifahrern ein „Gefühl von Naturnähe“ entstehen lassen – und auch ganz objektiv die Luftqualität verbessern. Ergänzend dazu sorgen Filter dafür, dass Gerüche von außen nicht in den Innenraum des Autos gelangen.

Das Äußere: dynamischer Keil

Auffällig am Äußeren des Audi AI:ME sind die Keilform und die herstellertypisch weit herausstehenden Radhäuser. Die Fahrzeug­länge von 4,30 Metern und die Breite von 1,90 Metern entsprechen den üblichen Maßen der Kompaktklasse. Die Höhe des AI:ME ist mit 1,52 Metern leicht überdurchschnittlich, was sich angenehm bemerkbar macht beim Einstieg und bei der Kopffreiheit.

Mit Hilfe von Leuchtdioden an der Vorderseite kann der AI:ME Symbole anzeigen, die beispielsweise Fußgängern signalisieren, dass sie die Straße überqueren können. Zusätzlich sind Projektoren vorhanden, mit denen das Fahrzeug Grafiken auf die Straße oder an Häuserwände werfen kann. Darüber hinaus sind diese Projektoren imstande, den Türbereich beim Ein- und Aussteigen zu beleuchten.

Die fünf Level des autonomen Fahrens

Level 1: Assistiertes Fahren
Bereits heute in vielen Fahrzeugen Realität. Der Fahrer hat das Auto ständig unter Kontrolle, erhält aber Unterstützung von Assistenzsystemen – beispielsweise von einem Geschwindigkeits- oder Abstandsregler, einer Notbremsautomatik oder einem Spurhalteassistenten.

Level 2: Teilautomatisiertes Fahren
Das Auto kann die Funktionen von mehreren Assistenzsystemen miteinander kombinieren – zum Beispiel um zu beschleunigen, zu bremsen und die Spur zu halten. Auch assistiertes Überholen und automatisches Einparken gehören zu diesem Level. Der Fahrer muss jedoch ständig den Verkehr beobachten, um eingreifen zu können. – Auch diesen Level er­reichen viele aktuelle Fahrzeuge bereits.

Level 3: Hochautomatisiertes Fahren
Voraussichtlich ab etwa 2021 Realität: Unter bestimmten Voraussetzungen (beispielsweise auf der Autobahn) darf der Fahrer dem Bordcomputer die komplette Steuerung überlassen und sich anderen Dingen widmen – muss aber bereit sein, die Kontrolle innerhalb weniger Sekunden wieder zu übernehmen.

Level 4: Vollautomatisiertes Fahren
Noch in der Entwicklung: Bei diesem Level kann das Auto in vielen Situationen die Steuerung vollkommen selbsttätig erledigen. Der Fahrer hat aber nach wie vor die Möglichkeit, einzugreifen und selbst zu steuern.

Level 5: Autonomes Fahren
Das Auto steuert sich während der gesamten Fahrt selbst – und ist auch imstande, komplexere Straßenverkehrssituationen ohne Hilfe zu bewältigen. Die Menschen im Fahrzeug sind reine Passagiere. Lenker, Pedale und Führerschein sind nicht mehr nötig. – Nach optimistischen Schätzungen könnte dies bereits ab 2025 Wirklichkeit werden.

Wie würden Sie die Zeit nutzen, die Sie ­hätten, wenn das Auto selbst fährt?:Autonome Autos des Levels 4 – wie der Audi AI:ME – können auf bestimmten Strecken vollkommen eigenständig fahren. Das bedeutet nicht nur weniger Stress für den Fahrer, sondern auch mehr freie Zeit, die er für andere Aktivitäten verwenden kann. Was würden die Deutschen mit dieser hinzugewonnenen Zeit anstellen? Eine Umfrage von Bitkom Research liefert die Antworten …

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.

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