Report: Eine Woche Akkulaufzeit mit Powerbanks, Solar- und Brennstoffzellen

Redaktion 10. März 2013 3 Kommentar(e)

Fragt man Otto Normalverbraucher nach den Nachteilen ihrer Mobiltelefone fällt früher oder später der Begriff „Akkulaufzeit“. Denn egal ob iPhone, Windows Phone oder Android-Geräte: Jedes Smartphone benötigt für große Displays, leistungsstarke Prozessoren und mobiles Internet elektrischen Strom aus der Steckdose. Wirklich jedes? Oder geht das auch anders? Wir haben uns einen Überblick über Range Extender, alternative Energiequellen und deren Verfügbarkeiten verschafft.

1. Powerbanks

Weit verbreitet um das Auskommen ohne Steckdose zu gewährleisten sind Powerbanks. Dahinter verbergen sich externe Akkumulatoren, die meist 5.000 bis 25.000 mAh an Extraleistung bereitstellen. Somit können die Lithium-Ionen-Zellen bis zu 14mal (25.000 mAh) „neu befüllt“ werden. Diverse Modelle sind beispielsweise bei Amazon ab 20 Euro erhältlich. Einziger Wermutstropfen: Auch diese herkömmlichen Energiespeicher gehen irgendwann einmal zur Neige …

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Die Powerbank von Anker ist für nur 27,99 Euro bei Amazon erhältlich und bietet satte 10.000 mAh mehr Power für euer Smartphone oder Tablet. Bildquelle: Amazon.de

2. Solarladegeräte

Eine der einfachsten und preiswertesten Varianten der alternativen Strom-gewinnung ist das Solarpanel. Besonders für Outdoorfans sind solche sogenannten Solarpowerbanks bestens geeignet. Einige Hersteller von Smartphonezubehör, u.a. Hama, führen diverse Range Extender in ihrem Sortiment. Die Leistung liegt dabei meist im Bereich von 3.000 bis 16.000 mAh. Somit können marktübliche Geräte 2-10mal geladen werden. Probleme bereitet unter anderem die Wiederaufladung dieser Solarpanels – sie dauert mehrere Tage. Grund dafür ist vor allem der geringe Wirkungsgrad von 20 bis 50%. Darüber hinaus benötigt man idealerweise frontalen Lichteinfall – vor allem im Winter sehr ungünstig.

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Wer viel wandert oder sich häufig im Freien aufhält, kann auch mit Solarpanelen sein Smartphone oder Tablet laden. Das Aurora 4 Solarpanel hat uns im Test sehr gut gefallen. Bild: me2solar.com

3. Brennstoffzellen

Die zukunftsweisendste und interessanteste Technologie ist die Brenn-stoffzelle. Dabei wird durch die chemische Reaktion von Sauerstoff und einem Brennstoff elektrische Energie erzeugt. Mitte letzten Jahres präsentierte Lilliputian Systems mit dem „nectar“ den ersten smartphonetauglichen Prototypen dieser Art. Bestandteil des Ganzen ist eine Butankartusche, die 10 bis 14 Akkuladungen bereitstellen soll. Danach kann diese recycelt und wieder befüllt werden. Preislich soll sich eine solche Füllung um 15 Euro bewegen.

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Das Brennstoffzellen-Akkupack von Nectar ist mit 299 US-Dollar sicherlich nicht billig, bietet aber mit einer einzigen Ladung 55.000 mWh (!), was laut Hersteller ein Smartphone etwa zwei Wochen lang immer wieder laden kann. Bild: brookstone.com

Apropos Preis: Momentan kann der Range Extender für umgerechnet 230 Euro über den amerikanischen Onlineshop Brookstone vorbestellt werden – ein gutes Angebot wie ich finde. Als Auslieferungstermin wird der 15. Mai genannt. Nach mehrmaligen Vertröstungen bin ich gespannt, ob der Anbieter diesmal sein Wort hält. Ein weiteres Brennstoffzellenprojekt ist „Powertrekk“ (www.powertrekk.com). Es arbeitet nach demselben Prinzip, wird allerdings von einer schwedischen Firma entwickelt. Leider stehen bei diesem Modell nur mickrige 1.500 mAh zur Verfügung – ein Tropfen auf den heißen Stein (einmalige Akkuaufladung). Zudem bewegt sich der Preis im Bereich des amerikanischen Modells: Circa 230 Euro müssen für das Gerät, 9 Euro für die Nachfüllkartuschen berappt werden. Neben diesen sogenannten „Powerpukks“ besitzt der Range Extender einen Wassertank, der eigenhändig aufgefüllt werden muss. Trotz der geografischen Nähe zur Entwicklerfirma können Geräte nur über ausländische Vertriebspartner importiert werden.

Fazit

Eine feine Sache, diese Unabhängigkeit von Steckdosen. Vor allem bei Notfällen, wie beispielsweise Naturkatastrophen, sind Energiequellen außerhalb des lokalen Stromnetzes wichtig. Viele Technologien sind heute schon weit entwickelt, jedoch noch lange nicht ausgereift. Vor allem die Brennstoffzelle wird wohl in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen. Die hohe Leistungsfähigkeit auf engstem Raum und vergleichsweise geringem Gewicht lässt herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus alt aussehen – von der Umweltverträglichkeit ganz zu schweigen. Leider ist die Produktion noch zu aufwendig und teuer. Der Preis ist dadurch den meisten potentiellen Kunden zu hoch, was viele vom Kauf abhalten wird. Schade, denn meiner Meinung nach steckt eine Menge Potential in dieser Technik!

Was haltet ihr von alternativen Energiequellen wie der Brennstoffzelle: Schon marktreif oder fungiert der Kunde wieder nur als Testperson? Und vor allem: Werdet ihr zugreifen?

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