Das Alcatel Idol 4 Pro im androidmag-Test

Peter Mußler 26. August 2017 Kommentare deaktiviert für Das Alcatel Idol 4 Pro im androidmag-Test Kommentar(e)

Wenn Sie partout weder Teil des Apple-Universums werden, noch einen Pakt mit dem Google-Imperium eingehen wollen, bleibt fast nur Microsoft übrig. Welche Vorteile das hat, erläutern wir anhand des Alcatel Idol 4 Pro.

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Gerade erst ward verkündet, dass das Betriebssystem „Windows Phone“ tot sei. Windows auf einem Phone ist aber noch ziemlich lebendig. Gemeint ist damit nämlich Windows 10 in seiner Mobilvariante. Und die findet sich seit Kurzem auf dem deutschen Markt wieder; auf einem Gerät ohne Microsoft-Label. Dieses Gerät ist das umgeflaggte Idol 4 von Alcatel, das hierzulande als Idol 4 Pro eine veritable Alternative zu Android und Apple mit deren zugehörigen Ökosystemen bieten möchte.

Technik des Idol 4 Pro

Die Verwandlung eines Idol 4 zu einem Idol 4 Pro wollen wir zunächst einmal an der Hardware nachvollziehen. Ein Idol 4 verfügt über ein 5,2 Zoll großes Full HD-Display, ein Idol 4 Pro über einen 5,5 Zoll-Schirm mit gleicher Pixelmenge. Wer im Internet recherchiert, wird früher oder später auf die Modellbezeichnung „Idol 4S Windows“ stoßen. So heißt das Idol 4 Pro in den USA, was insofern verwirrend ist, als dass das auch hierzulande erhältliche Idol 4S einen 2K-Bildschirm besitzt. Genug Verwirrung gestiftet? Vertrauen Sie uns und den Herstellerangeben, die wir im Kasten links abgedruckt haben.

Ein weiterer und wesentlich wichtigerer Unterschied findet sich beim Prozessor. Hier werkelt ein Snapdragon 820, der im Vorjahr noch einer der Top-Prozessoren war, also genügend Leistung bringt, wenngleich auch mit Hitzeproblemen in manchen Geräten zu kämpfen hatte. Er taktet deutlich höher als der Chip aus dem Idol 4. Dem Speicher verpasste man mit 64 GB das vierfache Volumen und den ROM gab man ein Gigabyte mehr mit auf den Weg durch den Arbeitsalltag. Außerdem ist beim Idol 4 Pro unter der Kamerainsel auf der Rückseite nun ein Centstück-großer Kreis zu sehen: der Fingerabdrucksensor. Der dürfte der Grund dafür sein, dass dieses Smartphone drei Gramm mehr wiegt als das Idol 4S mit dem gleichen Gehäuse.

Sichtbare Veränderungen: USB-C und ein Fingerabdrucksensor

Neben dem Fingerabdrucksensor gibt es aber noch eine erkennbare Veränderung, für die man das Telefon gar nicht erst einschalten, aber doch ein bisschen genauer hinsehen muss. Auf der Unterseite ist nun eine symmetrische Buchse angebracht. Es gab also ein Upgrade von MicroUSB auf USB-C. WLAN ac war schon immer Idol 4-Standard, interessanterweise gab es bei der Bluetooth-Verbindung ein Downgrade auf 4.1. Relevant ist das in der Praxis aber kaum.

Größerer Akku, mehr Kamerapixel

Wegen des größeren Schirms und in der Folge Gehäuses wuchs auch der Akku, und zwar um 15% auf 3.000 mAh (wie auch beim Idol 4S). Besonders lange läuft das Ding deshalb auch nicht, aber immerhin durchschnittlich.

Richtig in die Vollen ging Alcatel bei der Kamera. Hatte das Idol 4 eine Hauptkamera mit 13, MP und das Idol 4S eine mit 16 MP, wurde der Fotochip bei der Pro-Version mit 21 Millionen Sensorpixeln regelrecht vollgestopft. Das sorgt theoretisch für eine große Genauigkeit bei der Detailabbildung, birgt aber auch die Gefahr des Bildrauschens. Das gab es auch (wenn auch noch in Maßen), heftiger zu kritisieren ist aber der sehr langsame Auslöser, der sich manchmal eine ganze Sekunde zu genehmigen scheint. Das ist für Schnappschüsse definitiv ungeeignet und dürfte auf das Betriebssystem zurückzu­führen sein. Wir erinnerten uns gut an die Idol 4- Modell mit Android-OS. Eine nennenswerte Verzögerung im Vergleich mit anderen Geräten gab es dort nicht. Schade.

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Die alte Stärke Sound

Neben der praktischen Software-Stärke durch die „Systemkompatibilität Windows“ (siehe Kasten oben), brilliert das Idol 4 Pro – wie auch seine Geschwister – über den besten Klang, den, zumindest unserer Meinung nach, ein Smartphone erzeugt. Die beiden über- und unterhalb des Schirms angebrachten Lautsprecher mit jeweils 3,6 Watt (!) stellen so manchen Bluetooth-­Speaker locker in den Schatten. Auch weil die Membranen insgesamt vier Gehäuseausgänge haben. Sowohl Klangqualität als auch „Bumms“ sind beeindruckend. Von Bumms zu Boom: So hieß der kleine Knopf auf der rechten Seite. Unter Windows ist er etwas nüchterner geworden, aber noch immer nützlich. Er startet die Kamera.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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