Das LG G7 im Test

29. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für Das LG G7 im Test Kommentar(e)

LG will Marktanteile zurückgewinnen und beschreitet mit dem LG G7 ThinQ neue Wege. Es stellt sich die Frage, ob dieser Weg von alten Fallen gesäumt ist – und das LG G7 mit der hochpreisigen Konkurrenz mithalten kann.

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Großartige Marketingmaßnahmen waren bei LG zuletzt nicht an der Tagesordnung, es galt vielmehr, auf dem hart umkämpften Markt irgendwie zu bestehen. Mit dem G5 versuchten die Südkoreaner mit einem modularen Modell zu überzeugen, nur um mit dem G6 wieder einen Schritt zurückzugehen. Inkonsistenz als Verkaufsargument – mit dem Resultat, dass LG Marktanteile abgeben musste. Nun meldet sich der „alte Hase“ aber wieder zurück – und lud zur offiziellen Pressekonferenz nach Berlin, die kurzerhand mit der Premiere des „Han Solo“-Streifens verbunden wurde. Star Wars würde auch der größte Fan nicht zwingend mit LG in Verbindung bringen, der Clou gelang jedoch – der heimliche Star auf dem roten Teppich war auf jeden Fall das LG G7 ThinQ, wie es mit vollem Namen heißt. Wir hatten schon vorab die Chance, einige Tage mit dem G7 zu verbringen.

Kaum Schwächen …

Objektiv betrachtet handelt es sich beim G7 um ein modernes High End-Smartphone auf dem Niveau der Mitbewerber in dieser Preisklasse. LG verpasst dem Smartphone einen „Notch“, also die mittlerweile fast typische Einkerbung für Sensoren, Kamera und Lautsprecher an der Vorderseite. Wer mag, kann den Notch softwareseitig aber ausblenden oder individuell gestalten. Wir versuchten uns an allen Varianten, richtig gut sieht das aber nie aus – und auch die Sinnfrage stellt sich uns. Wer sich für den klassischen Notch entscheidet – oder ihn ganz ausblendet – hält aber ein schickes Smartphone in Händen. Gefertigt ist das LG G7 zu großen Teilen aus Glas. Auch das entspricht den Upper-Class-Ansprüchen, wenngleich das Glas Fingerabdrücke nahezu magnetisch anzieht. Um die Bruchsicherheit müssen Sie sich indes keine Sorgen machen, dank IP-68- und MIL-810-Zertifizierung ist das G7 erstklassig geschützt.

… und starke Leistungswerte

Unter dem robusten Gehäuse sitzen Bauteile der Spitzenklasse. 6 GB RAM sind mittlerweile Standard, im Verbund mit dem Snapdragon 845 erreicht das G7 aber Spitzenwerte in allen Leistungstests. Gleiches gilt für die Grafikdarstellung, auch hier gibt es einen Platz in der Topgruppe. Egal, ob Sie „nur“ surfen oder zocken, Videos schauen oder Ihr smartes Eigenheim steuern, das LG G7 macht alles klaglos mit – selbst wenn all diese Tätigkeiten fast gleichzeitig passieren.

Hell, heller, LG G7

Sonderlob verdient zudem das Display. LG wirbt mit satten 1.000 Nit (Einheit zur Messung der Leuchtdichte) Helligkeit, was einen gehörigen Abstand zur Konkurrenz bedeuten würde. Ganz konnten wir dieses Ergebnis nicht erreichen, je nach Messart bewegten wir uns aber in der näheren Umgebung dieser 1.000 Nit. Links neben der Helligkeitsleiste befindet sich ein „Verstärken“-Button. Ein Tipp darauf und das Display strahlt noch heller. In Sachen Farbtreue lässt sich der IPS LCD-Bildschirm nichts zuschulden kommen, ebenso wenig bei der Auflösung: LG entschied sich für satte 1.440 x 3.120 Pixel, einzelne Bildpunkte sind da nicht mehr zu erkennen. Dank einer speziellen Technologie, bei der sich zusätzliche weiße Pixel um die erwähnte erweiterte Helligkeit kümmern, soll auch der Akku geschont werden. Ganz können wir das nicht bestätigen. LG verkleinert den Akku im Vergleich zum Vorgänger, von 3.3300 mAh beim G6 auf 3.000 mAh beim G7. Zwar sind die Laufzeiten (knapp elf Stunden surfen, fast acht Stunden beim 3D-Benchmark) dafür überraschend gut, allerdings auch ein Stück von der Spitzengruppe entfernt. Warum der Hersteller sich zu diesem Schritt entschieden hat, ist unklar.

Zuletzt: die Kamera. LG verbaut zwei Sensoren von Sony, die jeweils mit 16 MP auflösen. Während die Weitwinkelkamera Spaß macht und auch ungewöhnlichere Aufnahmen zulässt, muss die Fotoqualität insgesamt weniger euphorisch bewertet werden. Die Software bessert zu deutlich nach, was sich (vor allem bei schwierigen Bedingungen) in vergleichsweise breiigen Ergebnissen niederschlägt.

z

 

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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