Samsung Galaxy S10+ im Test

28. März 2019 Kommentare deaktiviert für Samsung Galaxy S10+ im Test Kommentar(e)

Ein Jubiläum ist immer ein Grund zum Feiern – und oft eine Gelegenheit, sich ein (optisches) Update zu gönnen. Was für den modernen Mann das neue Hemd zum runden Geburtstag ist, war für Samsung das Galaxy S10 samt Ableger.

Einziger Unterschied: Die Galaxy-Reihe wurde wohl von mehr Menschen sehnsüchtig erwartet und reißt darüber hinaus ein größeres Loch in die Geldbörse als ein schickes Hemd von der Stange. Satte 1.249 Euro kostet unser Testgerät, das Samsung Galaxy S10+ mit Keramik-Rückseite und 512 GB Festspeicher.

Die gute Nachricht: Es geht auch günstiger, wenngleich nur marginal. Das Galaxy S10 in der Standard-Ausführung mit 128 GB Festspeicher schlägt mit 899 Euro zu Buche. In technischer Hinsicht unterscheiden sich das Galaxy S10 und das S10+ übrigens kaum, die einzigen Ausstattungsdifferenzen sind bei Akku, Displaygröße und der Frontkamera zu finden. Dementsprechend gilt der Test mit wenigen Ausnahmen für beide Modelle.

Exynos statt Snapdragon

Wenden wir uns erst den Gemeinsamkeiten zu: Samsung vertreibt die Galaxy S10-Brüder (das etwas abgeschwächte Galaxy S10e behandeln wir demnächst separat) mit dem hauseigenen Exynos 9820-Prozessor. Dessen Kerne sind gedrittelt (2×2.73 GHz + 2×2.31 GHz + 4×1.95 GHz) und erreichen durch die neue Bauweise Spitzenwerte. In unserer Rangliste kann kein anderes Android-Telefon mit dem Samsung-Flaggschiff mithalten, in den diversen Benchmarks erreicht das S10+ durchweg Spitzenwerte. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber: Im Zuge unserer Recherchen konnten wir auch einen Vergleichstest mit dem amerikanischen Modell mit dem Snapdragon 855-Prozessor finden – und der schneidet noch etwas besser ab. Europäische Kunden müssen sich aber nicht ärgern, die Leistungswerte sind so oder so phänomenal.

Hohe Display-Kunst

Selbiges gilt für das Display, das zweifellos zu den besten auf dem Markt gehört – wenn nicht überhaupt die Speerspitze markiert. 6,4 Zoll misst der Bildschirm in der Diagonale, 93 Prozent der Frontfläche nimmt er ein. Dank einer Auflösung von 3.040 x 1.440 ­Pixel erreicht das AMOLED-Display eine ­Pixeldichte von starken 552 ppi. Einen „Notch“ gibt es nicht mehr, Samsung schafft lediglich eine kleine Öffnung für die Frontkameras. Beim S10+ gibt es auch vorne eine Doppellinse, beim Galaxy S10 lediglich eine einzelne Kamera. Samsung ist einer der ersten Hersteller, der diese Umsetzung wählt – und macht damit alles richtig. Die Kameras vorne fallen nicht allzu sehr auf, beim täglichen Gebrauch stört der kleine „Fleck“ nicht. Die Helligkeitswerte in unserem Test: Rund 750 Nits, wobei Samsung bis zu 1.200 verspricht – entsprechende Umgebungshelligkeit vorausgesetzt.

Triple-Knipse

Fehlt noch die rückseitige Kamera. Samsung entscheidet sich für ein Knipsen-Trio, wie es momentan zum guten Ton gehört. Die Hauptkamera schießt Fotos mit 12 MP mit variabler Blende, zusätzlich gibt es noch eine Ultraweitwinkelkamera mit 16 MP und eine Telefoto-Linse mit 12 MP. Alleine das Setup verdient Lob, ermöglicht es doch verschiedene Zugänge, eine Szenerie abzulichten. Unsere Testfotos verdienen allesamt das Prädikat „Sehr gut“, allerdings ist nicht alles perfekt. Bei näherer Betrachtung lässt sich nicht leugnen, dass es die Software mitunter etwas zu gut meint. Die automatische Nachbearbeitung, genannt „Postprocessing“, schluckt viele Details und sorgt für eine etwas verwaschene Optik. Auch ein dezidierter Nachtmodus fehlt, was zur Folge hat, dass Fotos in dunkler Umgebung nicht mit jenen der Konkurrenz mithalten können. Das Problem ließe sich allerdings mit einem entsprechenden Software-Update aus der Welt schaffen. Bleibt abzuwarten, ob Samsung hier noch nachbessert. Nette Extras wie der eigene Instagram-Modus oder der gelungene Pro-Mode können die übermotivierte Software nicht ganz kaschieren.
Softwareseitig läuft „One UI“ auf dem Galaxy S10+. Samsung entschlackt das System deutlich und verfrachtet viele Bedienfelder in die untere Bildschirmhälfte, was der Steuerung ungemein entgegenkommt. Die bunten Icons sind wohl Geschmacks­sache, eine etwas stilsichere Lösung hätte unserer Meinung nach nicht geschadet. An Bord ist auch wieder Bixby. Die smarte Assistentin spricht nun auch Deutsch. Weniger notwendig sind Extras wie der ebenfalls vorinstallierte Virenscanner von McAfee.

Die Akkulaufzeiten bei mittlerer Displayhelligkeit: Rund zwölf Stunden surfen sind kein Problem, Videos können 19 Stunden in Dauerschleife geschaut werden. In rund zwei Stunden ist der Akku wieder komplett voll.

Samsung hat mit dem Galaxy S10+ ein tolles Smartphone gebaut, das steht außer Zweifel. Eklatante Schwachstellen hat das Gerät nicht, die Leistungswerte suchen ihresgleichen. Die Kamera-Software konnte uns nicht restlos überzeugen, wenngleich das Kritik auf hohem Niveau ist. Samsung liefert das zu Erwartende ab – ein Alleinstellungsmerkmal fehlt allerdings.

Oliver Janko (Chefredakteur)

Galaxy Buds

Im Rahmen der S10-Präsentation zeigte Samsung auch die Galaxy Buds. Das Besondere: Das Galaxy S10+ kann andere Geräte drahtlos laden – und zwar auch das Case dieser In Ear-Knöpfe. Klanglich sind die „Buds“ angenehm ausgewogen, mit der zugehörigen App lassen sich noch einige Detaileinstellungen vornehmen. Kostenpunkt: 149 Euro.

Fast ohne Rahmen

Ganze 93 Prozent der Vorderseite nimmt das Display ein. Samsung zieht den Bildschirm wieder über die Seiten und behält dadurch die bekannte Optik bei. Das Seitenverhältnis liegt bei 19:9, wodurch das S10+ auch noch halbwegs gut zu fassen ist.

Klinke!

Samsung lässt Besitzer von klassischen Headsets mit 3,5 mm-Klinkenstecker nicht fallen: Beide Galaxy S10-Modelle besitzen einen entsprechenden Slot. Geladen werden die Galaxy-Brüder mit einem Typ C-Kabel.

Infinity-O …

… nennt Samsung die Auslassung für die Frontkameras des Galaxy S10+. Eine schicke Lösung, die uns besser gefällt als der ohnehin kontrovers diskutierte Notch. Qualitativ ist das Galaxy S10+ hervorragend verarbeitet.

Samsung Galaxy S10+

Abmessungen 157.6 x 74.1 x 7.8 mm
Gewicht 198 g
Preis (aktuell) EUR 1249

Ausstattung

Betriebssystem Android 9.0
Prozessor & Kerne Exynos 9820 /
4 x 2.52 GHz + 4 x 1.95 GHz
Grafikeinheit Mali-G76 MP10
RAM 8 GB
Interner Speicher 128 GB, 512 GB
microSD (maximal) 512 GB
Kamera (Haupt/Front) 12 / 10 MP
USB-Anschluss USB Typ-C
Bluetooth 5.0
LTE: ja WLAN: a, b, g, n, ac
Fingerabdrucksensor: ja NFC: ja

Akku & Laufzeiten

Akku-Größe 4100 mAh
Akku tauschbar nein
Drahtlos laden ja
Schnellladen ja
Ladezeit 0-50 47 min  /  *47 min
Ladezeit 0-100 119 min  /  *121 min
Laufzeit Browser 713 min  /  *650 min
Laufzeit Video-Streaming 1165 min  /  *530 min
Laufzeit 3D-Spiel 629 min  /  *312 min

*Mittelwert aller bisher getesteten Geräte

Display

Größe 6.4“
Typ AMOLED
Auflösung 3040 x 1440 Pixel
Pixeldichte 525.59 ppi
Helligkeit Ø 372.89 cd/m2  /  *424 cd/m2
Helligkeit (max) 787 cd/m2  /  *449 cd/m2

*Mittelwert aller bisher getesteten Geräte

Leistungs-Check

Leistung¹: 10254  /  *3921
Grafik²: 9198  /  *1189

¹ GeekBench 4 Multicore² GFXBench T-Rex Offscreen
*Mittelwert aller bisher getesteten Geräte

Testergebnis*

Display 5
Speed (Leistungstest) 5
Speed (Hardware) 5
Akku (Laufzeit) 4.4
Akku (Hardware) 4.5
Features 4.8
Kamera 4.9
Verarbeitung 5
Design 5

*Von möglichen 5 Punkten

Gesamtnote *

Sehr gut  (96 %)

Preis/Leistung: Ausreichend

*Die Gesamtnote setzt sich wie folgt zusammen:

Display 15 % – Speed (Leistungstest) 22 % – Speed (Hardware) 10 % –
Akku (Laufzeit) 24 % – Akku (Hardware) 4 % – Features 4 % –
Kamera 15 % – Verarbeitung 3 % – Design 3 %

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oliver

Oliver Janko   Chefredakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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