Zukunfts-Shopping schon heute: Der erste Supermarkt ohne Angestellte

Hartmut Schumacher 7. März 2016 0 Kommentar(e)

„Lebensmittel und Getränke, wenn du sie brauchst“, so lautet der Slogan des schwedischen 24-Stunden-Supermarkts Näraffär. Allerdings solltest du dein Smartphone zur Hand haben, wenn du hungrig oder durstig bist.

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Im schwedischen Selbstbedienungs-Supermarkt „Näraffär“ verwenden die Kunden ihr Smartphone, um die Türen zu öffnen und um die Waren einzuscannen, die sie kaufen möchten. (Foto: Näraffär)

Im schwedischen Selbstbedienungs-Supermarkt „Näraffär“ verwenden die Kunden ihr Smartphone, um die Türen zu öffnen und um die Waren einzuscannen, die sie kaufen möchten. (Foto: Näraffär)

Im schwedischen Küstendorf Viken wurde der erste Supermarkt eröffnet, der ohne Angestellten auskommt. Auf Kassierer kann der Supermarkt verzichten, weil die Kunden zum Einkaufen eine App auf ihrem Smartphone verwenden: Mit Hilfe dieser App öffnen sie erstens die Tür des Selbstbedienungs-Supermarkts. Und zweitens scannen Sie mit der App die Waren, die sie kaufen möchten. Fällig werden die Zahlungen erst bis zu 60 Tage später. Die App ist für Android- und für iOS-Geräte erhältlich.

Der Supermarkt namens „Näraffär“ ist rund um die Uhr geöffnet. In dem etwa 45 Quadrat großen Geschäft sind ungefähr 450 Dinge des täglichen Bedarfs zu finden. Zigaretten und Medikamente befinden sich nicht im Sortiment – um Dieben keine zu große Motivation zu bieten. Darüber hinaus sind sechs Überwachungskameras installiert.

Baby-Nahrungs-Notstand als Inspiration

Das Auffüllen der Regale übernimmt der Supermarktbetreiber Robert Ilijason selbst. Der 39-jährige IT- Spezialist hat die Hoffnung, dass durch den Verzicht auf Personal derartige Läden rentabel genug sein können, um wieder mehr Supermärkte in ländlichen Gegenden zu etablieren. Das Dorf Viken hat etwa 4.200 Einwohner – und das nächste Lebensmittelgeschäft ist eine zwanzigminütige Autofahrt entfernt.

Ilijason hatte die Idee zu dem Smartphone-unterstützten Selbstbedienungs-Supermarkt, als er spät nachts das letzte Gefäß mit Baby-Nahrung für seinen hungrigen Sohn auf den Boden fallen ließ – und dann lange mit dem Auto unterwegs war, um einen Supermarkt zu finden, der noch geöffnet war.

Wer in einem schwedischen Küstendorf wohnt, der hat einen weiten Weg zum nächsten Lebensmittelgeschäft. Smartphone-unterstützte Selbstbedienungs-Supermärkte könnten durch den Verzicht auf Personal rentabel genug sein, um dies zu ändern. (Foto: dieraecherin)

Wer in einem schwedischen Küstendorf wohnt, der hat einen weiten Weg zum nächsten Lebensmittelgeschäft. Smartphone-unterstützte Selbstbedienungs-Supermärkte könnten durch den Verzicht auf Personal rentabel genug sein, um dies zu ändern. (Foto: dieraecherin)

Quellen: Näraffär, Näraffär-App im Play Store

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.