Amazon schockt mit Rekordverlust

Hartmut Schumacher 25. Oktober 2014 0 Kommentar(e)

Amazon hat im dritten Quartal 2014 einen Verlust von 437 Millionen US-Dollar erwirtschaftet – mehr als zehnmal soviel wie im selben Quartal des Vorjahres. Schuld daran sind unter anderem die schlechten Verkäufe des selbstproduzierten „Fire“-Smartphones.

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Der Internet-Versender Amazon konnte im dritten Quartal 2014 seinen Umsatz um 20 Prozent erhöhen – auf 20,58 Milliarden US-Dollar. Zum Ausstieg aus den roten Zahlen hat dies allerdings nicht gereicht. Im Gegenteil: Der Verlust im dritten Quartal 2014 lag bei 437 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal 2013 betrug der Verlust „lediglich“ 41 Millionen Dollar.

Die Prognose für das vierte Quartal 2014 ist laut Amazon recht unklar: Das Unternehmen erwartet ein operatives Ergebnis, das zwischen einem Verlust von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar liegt.

Die Strategie des Amazon-Gründers und Geschäftsführers Jeff Bezos, nicht nur kurzfristig, sondern auch mittelfristig viel Geld zu investieren, um erst sehr langfristig Gewinne zu erzielen, ist für die Anleger schon seit langem keine Überraschung mehr. Dennoch scheinen sie langsam nervös zu werden: Die Amazon-Aktie gab im nachbörslichen Handel um über 10 Prozent nach.

Fire-Smartphone: Riesen-Flop

Verantwortlich für einen großen Teil des Verlustes ist das von Amazon entwickelte „Fire“-Smartphone, von dem bislang nur sehr geringe Stückzahlen verkauft wurden. In einem Interview nach dem Bekanntgeben der Quartalsergebnisse kommentierte dies der Amazon-Finanzvorstand Thomas Szkutak mit den Worten: Das Fire-Smartphone sei „ein gutes Gerät in einem hart umkämpften Markt“.

Vom selbstentwickelten „Fire“-Smartphone konnte Amazon bislang nur wenige Exemplare verkaufen. Dies ist für einen großen Teil des Rekordverlustes verantwortlich. (Foto: Amazon)

Vom selbstentwickelten „Fire“-Smartphone konnte Amazon bislang nur wenige Exemplare verkaufen. Dies ist für einen großen Teil des Rekordverlustes verantwortlich. (Foto: Amazon)

Investitionen in Inhalte

Im August hat Amazon das Portal Twitch gekauft, auf dem Videospieler live ihre Spielverläufe zeigen können. Das kostete den Konzern zwar 970 Millionen Dollar, erweiterte aber auch die Zielgruppe des Unternehmens: Bei den Zuschauern von Twitch handelt es sich um jüngere Leute, die über herkömmliche Fernsehwerbung kaum noch erreichbar sind.

Der Aufkauf von Twitch passt zur Strategie, Inhalte in zunehmendem Maße nicht mehr lediglich zu vertreiben, sondern selbst herzustellen: Amazon hat vor, 100 Millionen Dollar in selbstproduzierte Fernsehserien zu investieren. Darunter die Politikserie „Alpha House“ und die „düstere Comedy“ „Transparent“.

Auch die selbstproduzierten Serien wie „Alpha House“ kosten das Unternehmen zunächst einmal viel Geld, bevor sie in Zukunft hoffentlich Gewinne einspielen. (Foto: Amazon)

Auch die selbstproduzierten Serien wie „Alpha House“ kosten das Unternehmen zunächst einmal viel Geld, bevor sie in Zukunft hoffentlich Gewinne einspielen. (Foto: Amazon)

Quelle: Amazon

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.

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