Samsung produziert erneut LCD-Panele für Apple

Tam Hanna 29. Mai 2013 3 Kommentar(e)

Aufgrund der anhaltenden Rechtsstreitigkeiten zwischen Samsung und Apple haben die Cupertinianer vor einiger Zeit beschlossen, ihre Displays in Zukunft ausschließlich von LG zu beziehen. Laut koreanischen Quellen ist Samsung nun doch wieder als Fertiger zugelassen.

Das dürfte für LG einen herben Rückschlag darstellen, da die Truppe im Displaymarkt seit längerer Zeit unter enormem Druck steht: die koreanische Regierung fordert einen nationalen Schulterschluss in der OLED-Frage. Als kleinerer Fertiger profitiert LG davon nicht wirklich, während Samsung seine Marktführerschaft (auch auf Kosten von LG) weiter ausbauen kann.

Samsung ist im Bereich der OLEDs Marktführer - hat aber auch mit normalen Displays und Deckgläsern jede Menge Erfolg.

Samsung ist im Bereich der OLEDs Marktführer – hat aber auch mit normalen Displays und Deckgläsern jede Menge Erfolg.

Aus diesem Grund hat Lucky Goldstar in der Vergangenheit immer wieder aggressive Anti-OLED-Kampagnen gefahren. Die Kooperation mit Apple war in dieser Situation ein massiver Imagegewinn, außerdem sorgen die enormen Stückzahlen der Cupertinianer für gute Gewinne und effiziente Ausnutzung der Werke.

Derzeit gibt es keine offizielle Aussage von Apple zum Thema Displays. Koreanische Quellen spekulieren, dass der Wechsel aufgrund der sehr dünnen Diffusoren bzw Deckgläser erfolgt. Samsung gilt auch in diesem Bereich als Marktführer – die OLED-Marktführerschaft scheint sich nicht auf die Fertigung klassischer Displays auszuwirken. Das liegt unter anderem daran, dass ja auch OLED-Displays ein Deckglas benötigen – die unter der Glasschicht befindliche Displaytechnologie interessiert das Deckglas nicht oder nur sehr begrenzt.

Ein weiterer denkbarer Grund wäre, dass LG nicht die notwendigen Kapazitäten hat, um Apples Bedürfnisse vollständig abzudecken. Bei Samsung dürfte der Gutteil der LCD-Produktion flachliegen, da die meisten Smartphones der Koreaner mittlerweile auf OLED basieren und da stehende Werke viel Geld kosten, ist Samsung eventuell günstiger als LG.

Zu guter Letzt wäre es auch denkbar, dass Apple eine Second-Source möchte. Dieses im Rüstungsbereich seit Jahren gewohnte Verfahren bedeutet, dass jede Komponente von zumindestes zwei wirtschaftlich unabhängigen Herstellern lieferbar sein muss – der Hintergedanke ist, dass Lieferschwierigkeiten dadurch ausgeschlossen werden.

Denkt ihr, dass diese Einigung einen ersten Schritt in Richtung besserer Kooperation zwischen Samsung und Apple darstellt? Oder ist die Zusammenarbeit nur eine kurzfristige Lösung für ein Lieferproblem?

Quelle: Telekom-Presse

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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