Teure Smartphones als sexuelle Signale

Hartmut Schumacher 10. Oktober 2014 0 Kommentar(e)

Sagt dein Smartphone etwas darüber aus, welche Art von Beziehung du suchst? Eine aktuelle Studie einer deutschen Universität kommt zu überraschenden Ergebnissen.
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Junge Männer setzen laut einer Untersuchung zweier Medienpsychologen der Universität Würzburg ihre Smartphones ein, um bei der Partnersuche Frauen anzulocken. Das Handy gehört also zur „Balztracht“ der Männer, ähnlich wie beispielsweise bunte Federn bei manchen Vögeln.

Teures Smartphone: Aufreißer

Männliche Teilnehmer der Untersuchung, die sich zum Zeitpunkt der Befragung nicht in einer festen Partnerschaft befanden und an kürzeren Beziehungen interessiert waren, gaben eher an, am Kauf eines auffälligen Smartphones mit einem hohen Status interessiert zu sein.

„Das Handy ist mehr als ein Handy“, erläutert Professor Frank Schwab, einer der Autoren der Studie. „Es ist auch ein sexuelles Signal und sagt etwas über die Fortpflanzungsstrategien seines Besitzers aus.“ Diese Männer möchten mit einem derartigen Smartphone ihre eigene Attraktivität erhöhen, um aus der Masse der Mitbewerber herauszustechen.

Junge Männer, die an kürzeren Beziehungen interessiert sind, entscheiden sich eher für kostspielige Smartphones – um ihre Attraktivität für Frauen zu erhöhen. (Foto: Jan Fidler)

Junge Männer, die an kürzeren Beziehungen interessiert sind, entscheiden sich eher für kostspielige Smartphones – um ihre Attraktivität für Frauen zu erhöhen. (Foto: Jan Fidler)

Preiswertes Smartphone: Ehemannmaterial

Frauen, die auf der Suche nach einem Mann für eine langfristige Partnerschaft sind, tun gut daran, sich auf Männer zu konzentrieren, die preiswerte Smartphones bevorzugen. (Foto: Grietgriet)

Frauen, die auf der Suche nach einem Mann für eine langfristige Partnerschaft sind, tun gut daran, sich auf Männer zu konzentrieren, die preiswerte Smartphones bevorzugen. (Foto: Grietgriet)

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Männer, die an langfristigen Beziehungen Interesse haben, bevorzugen eher ein günstiges Smartphone mit niedrigerem Status.

Christine Hennighausen, die Mitautorin der Studie, erklärt: „Damit könnten Männer, die sich in keiner festen Bindung befinden, signalisieren, dass sie eher an einer langfristigen Beziehung interessiert sind. Denn wer seine wertvollen Ressourcen nicht für teure Luxusgüter und Statussymbole ausgibt, könnte damit zeigen, dass er diese für eine Langzeit-Partnerin und eine potentielle Familie aufspart.“ Es gebe andere Studien, die einen ähnlichen Effekt beim Kauf von Autos nachwiesen.

iPhone oder Galaxy S5: Grund zur Sorge?

Ihr nachdenklicher Blick verrät: Sie versucht sich zu erinnern, welche Art von Smartphone er in der Hand gehabt hat, bevor die Hüllen gefallen sind. (Foto: Kenn Kiser)

Ihr nachdenklicher Blick verrät: Sie versucht sich zu erinnern, welche Art von Smartphone er in der Hand gehabt hat, bevor die Hüllen gefallen sind. (Foto: Kenn Kiser)

Laut Christine Hennighausen sei es aber nicht automatisch besorgniserregend, wenn der Partner zum Beispiel sofort beim Verkaufsstart des aktuellen iPhones in den Laden stürme. Dies müsse nicht bedeuten, dass er untreu sei oder vorhabe, es in Kürze zu werden. Man sollte immer die Kombination von Fortpflanzungsstrategie, Partnerschaftsstatus und weiteren Faktoren als Ganzes betrachten.

 

 

Und die Frauen?

Den Zusammenhang zwischen Smartphone-Kaufentscheidungen und Beziehungsabsichten von Frauen wollen die beiden Wissenschaftler in zukünftigen Studien untersuchen.

„Bei den Frauen könnte es sein, dass ein teures, luxuriöses Smartphone als Geschenk des Partners eher ein Signal an andere Frauen ist“, so Christine Hennighausen. „Es zeigt, dass dieser Mann fest mit seiner Partnerin verbunden ist und andere Frauen wenig Chancen bei diesem Mann haben.“

Erschienen ist die Studie mit dem Titel „Relationship Status Moderates Men’s Conspicuous Consumption of Smartphones“ in der aktuellen Ausgabe der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift „Letters on Evolutionary Behavioral Science“. Befragt wurden 123 Männer und 229 Frauen im Alter von 16 bis 34 Jahren.

Quellen: Letters on Evolutionary Behavioral Science, Universität Würzburg

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.

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