Android vs. Auto: Samsung Galaxy S6 im Battle mit dem Volkswagen Polo 6N

Peter Mußler 2. April 2015 1 Kommentar(e)

Schon öfter haben wir uns gefragt, was man zum Preis eines neuen Flaggschiffmodells eigentlich alles erwerben kann. Für um die 700 Euro bekommt man ja schon einiges: ein Sofa von Ikea, gebrauchte Eheringe, einen Anzug von Hugo Boss, einen halben Tag in der Suite eines Luxushotels… oder einen alten Polo von VW.

Der große Android Magazin-Vergleichstest: Android vs. Auto, Samsung Galaxy S6 gegen den VW Polo 6N

Der große Android Magazin-Vergleichstest: Android vs. Auto, Samsung Galaxy S6 gegen den VW Polo 6N

Da sich das Erstgenannte für uns zu boboesk anfühlte, fiel die Wahl auf das bodenständige und weitverbreitete Gefährt aus Wolfsburg, als es uns darum ging, einen würdigen Gegner  für das Galaxy S6 von Samsung zu finden und nicht bloß Kanonenfutter. Wir wollten kein Fallobst, sondern einen Herausforderer auf Augenhöhe, der dem neuen Star am Smartphone-Himmel in unseren knallharten Value-Test Paroli bieten kann. Der Halter des Vehikels, gewichtiges Mitglied der Redaktion, wollte zwar lieber anonym bleiben, dennoch möchten wir ihm vorweg für die Bereitstellung des Testexemplars danken. Wir wissen, dass unsere Prüfprozedur beide Maschinen an ihre Belastungsgrenzen geführt hat. Das selbstlose Zur-Verfügung-Stellen verdient deshalb Hochachtung.

Aber nun endlich zu den Testergebnissen, die wir nach den Kategorien unserer regulären Prüfberichte aufgeteilt haben:

1. Das Display

display

Beim S6: brillant. Beim 6N: vorhanden.

2. Der Speed

speed

Auf dem Leistungsprüfstand macht dem S6 keiner was vor. Anders beim VW: „Sie nannten ihn Bremse.“ Mit Leistung im hinteren Schlussfeld bräuchte er für einen Speedtest auf jeden Fall viel Anlauf. Lassen wir lieber…

3. Der Akku

akku

Das Lithium-Ionen-Pack hat eine Kapazität von 2.550mAh. Es ist ist leider fix eingebaut – und unsichtbar. Heavy Metal im Polo: Blei tut hier seinen Dienst. Ist aber egal, denn ein Generator ist an Bord. Obendrein ist das Ding austauschbar. Der Punkt geht eindeutig an den VW.

4. Die Verarbeitung

verarbeitung

Bei diesem Samsung tadellos. Aber auch bei VW (leider) deutsche Wertarbeit: Wir warten noch immer, dass sich der lila Lack endlich ganz ablöst. Ein Punkt für jeden.

5. Die Ausstattung

ausstattung

Volle Hütte beim Koreaner. Aber auch der Germane punktet – allerdings zeitverzögert: Es hat über 20 Jahre gebraucht bis die Massagefunktion der Sitze (auch hinten!) durch Standgas-Reduktion des Saugdiesels entdeckt wurde.

 6. Das Design

design

Für Samsung-Verhältnisse ein Kracher, absolut betrachtet aber einfach sehr schlicht. Der Hammer dagegen beim Polo: Er wurde entworfen, um zeitlos zu wirken. Die 90er Jahre merkt man ihm nicht an.

7. Die Haptik

haptik

Die Smartphone-Flunder fühlt sich an wie edelstes Geschmeide. Abwechslungsreicher für die Sinne geht’s beim Raumwunder auf vier Rädern zu: Glatt, rauh, weich und auch fest. Einfach unbeschreiblich.

8. Die Kamera

kamera

 

Beim S6 ist sie leistungsstark und kompakt gebaut. Bei unserem Testpolo wurde sie Opfer allzu eifriger Pflege: Die Rückfahrkamera in der Heckklappe ist wegen des vielen Poliermittels mittlerweile blind geworden.

Fazit

Das Rennen macht mit 7 zu 5 Punkten ganz knapp das Galaxy S6. Das hätten wir klarer erwartet. Vielleicht muss man seine Sicht auf alte Autos einmal überdenken. Auch unter dem Aspekt der Wertstabilität. Wer weiß, wie viel ein S6 in 10 Jahren noch bringt? Ein paar Cent bei einem Altstoff-Großhändler? Da fährt der VW vielleicht noch immer. Und vielleicht treffen sich die beiden irgendwo in Afrika, wo die Smartphone-Gehäuse ausgebeint werden, um wieder neues Material für Platinen zu gewinnen. Dann lacht er sich ins Fäustchen und flüstert: „Hast auch schon bessere Zeiten gesehen!“

Foto: Nationalparkregion

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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