Galaxy S7: Erster Test des neuen Flaggschiffs

Redaktion 23. February 2016 0 Kommentar(e)

Nun ist es also da – das neue Flaggschiff Galaxy S7 des Branchen-Primus Samsung. Wir waren bei der Präsentation vor Ort und konnten das Gerät bereits testen.

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Samsung ist nach wie vor der größte Smartphone-Macher der Welt – auch wenn andere zuletzt heftig an den Stuhlbeinen sägten: Apple macht im High-End-Segment Druck, junge Hersteller aus China bringen Samsung auf der Billig-Schiene ins Schwitzen. Grund genug für die Koreaner, bei Ihrem Spitzengerät der ­S-Serie dieses Mal alles richtig zu machen und auf die Kunden zu hören.

Prominente Hilfe für Samsung-Mobile-Chef DJ Koh: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sprach bei der S7-Präsentation über die Arbeit an VR-Anwendungen.

Prominente Hilfe für Samsung-Mobile-Chef DJ Koh: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sprach bei der S7-Präsentation über die Arbeit an VR-Anwendungen.

Das nächste Galaxy

Das auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellte Galaxy S7 ähnelt äußerlich dem Vorgängermodell Galaxy S6 – steckt innerlich aber voller Ãœberraschungen. So bringt Samsung etwa den microSD-Einschub zurück: Der Wegfall der wechselbaren Chip-Karte beim Galaxy S6 hatte viele Nutzer empört. Beim S7 lässt sich der Speicher nun wieder ganz einfach erweitern. Auch an anderer Stelle besinnt sich der Hersteller auf alte Tugenden: Das S7 ist (anders als das S6) wieder wasser- und staubdicht. Und das gelingt sogar ohne nervige Anschlussabdeckungen. Was den Wechsel-Akku angeht, bleibt Samsung aber auf seinem (zweifelhaften) Kurs: Der Energiespeicher fällt beim S7 zwar deutlich größer aus – ist aber wie beim S6 fest eingebaut und lässt sich nur vom Fachmann wechseln. Eine Enttäuschung für viele treue ­Samsung-Kunden, die es über Jahre gewohnt waren, unterwegs mit einem Zweitakku die Laufzeit zu verdoppeln. Enttäuschend auch die Wahl des Ladesteckers. Samsung verbaut nicht den neuen, verdrehsicheren USB-C-Anschluss, sondern die alte, fummelige Mikro-USB-Buchse. Durch die große Vorbildwirkung des Marktführers Samsung werden kleinere Hersteller diesbezüglich nachziehen – das USB-Stecker-Chaos wird uns also noch länger beschäftigen.

Galaxy_S7_S7_edge

Edge mal zwei

Wieder gibt es das Galaxy S in zwei Ausführungen: Eine „Edge“-Variante mit 5,5 Zoll großem, gewölbten Bildschirm und die Normalvariante mit herkömmlichem Display (5,1 Zoll). Neu ist, dass bei beiden Modellen die gläserne Rückseite zu den Rändern hin gebogen ist – ein Design-Element, das vom Galaxy Note 5 übernommen wurde.

Die Vollendung der Übergangslösung: Galt das Galaxy S6 noch ein wenig als Testobjekt, hat Samsung beim Nachfolger alle negativen Aspekte beseitigt.

Die Vollendung der Übergangslösung: Galt das Galaxy S6 noch ein wenig als Testobjekt, hat Samsung beim Nachfolger alle negativen Aspekte beseitigt.

Design – Alte Wege, neu definiert

Die südkoreanische Smartphone-Schmiede setzt auf Bewährtes: In optischer Hinsicht bleibt fast alles beim Alten, das Galaxy S7 sieht dem Vorgängermodell auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Nur bei genauerer Betrachtung findet man Unterschiede. So besteht die Rückseite zwar wieder aus Glas, sie ist neuerdings aber nach hinten abgeschrägt, was dem Handling ungemein entgegenkommt. Zudem hat das Galaxy S7 wieder etwas zugelegt, mit Maßen von 142,4 x 69,6 x 7,9 Millimetern und einem Gewicht von 152 Gramm ist es spürbar dicker und schwerer als noch der Vorgänger. Das hat natürlich den Vorteil, dass Samsung einen deutlich stärkeren Akku verbauen konnte, die Laufzeit sollte sich also signifikant erhöhen – auch, weil das Display gleich geblieben ist und nach wie vor 5,1 Zoll in der Diagonale misst.

Auch unter der Dusche ein treuer Begleiter: Dank IP68-Zertifizierung überlebt das Samsung Galaxy S7 auch einige Zeit unter Wasser.

Auch unter der Dusche ein treuer Begleiter: Dank IP68-Zertifizierung überlebt das Samsung Galaxy S7 auch einige Zeit unter Wasser.

Rückkehr alter Tugenden

So groß der Aufschrei ob des fehlenden Speicherkarteneinschubs beim Galaxy S6 war, so erfreut zeigt sich die Fachpresse nun angesichts der Rückkehr der Speichererweiterung. Dazu hat der Hersteller die Aussparung für die SIM-Karte vergrößert, in das Modul passt nun auch wieder eine microSD-Karte mit bis zu 200 GB zusätzlichem Speicherplatz. Der Clou an der Sache: Obwohl Samsung auf gummierte Abdeckungen verzichtet, ist das Galaxy S7 – anders als das Vorgängermodell – wieder wasserdicht und gegen Staub geschützt.

Galaxy_S7_farben

Gold, Silber Schwarz oder Weiß: Wer sich ein Samsung Galaxy S7 oder ein Galaxy S7 edge zulegen will, muss sich entscheiden: Vier Farbvarianten stehen zur Auswahl. Preisliche Unterschiede gibt es nicht, es stellt sich lediglich die Frage, welcher Farbton am besten zur eigenen Person passt. Was würden Sie wählen?

Fazit Design: Alles richtig gemacht. Samsung hat die Schwächen des Galaxy S6 allesamt beseitigt und sich an den Kundenwünschen orientiert. Ein kleiner, aber wichtiger Fortschritt.

Formschön und dünn: Die Kamera ist flach eingebettet und erhebt sich kaum aus der Glas-Rückseite. Das Galaxy S7 liegt damit fast plan auf.

Formschön und dünn: Die Kamera ist flach eingebettet und erhebt sich kaum aus der Glas-Rückseite. Das Galaxy S7 liegt damit fast plan auf.

Kamera – Ist weniger tatsächlich mehr?

Erstmals in der langen Geschichte der Galaxy S-Serie hat Samsung einen gewagten Schritt vollzogen: Die reine Auflösung der Kamera ist im Vergleich zu den vorangegangenen Modellen deutlich geschrumpft. 12 MP bietet der Miniatur-Fotoapparat des neuen Topmodells, das Galaxy S5 und das Galaxy S6 bekamen noch je eine 16 MP-Kamera spendiert.

Galaxy_S7_kamera_product

Die Änderungen stecken unter der Haube: Neuer Sensor, verbesserter Bildstabilisator, zusätzliche Softwarefunktionen. Die Knipse hat ein umfangreiches Upgrade erhalten.

Das mag nun etwas eigenartig anmuten, ­Samsung hat aber vorgesorgt – und setzt auf eine neuartige Technologie, genannt „Dual Pixel“. Die Bildpunkte am Sensor wurden vergrößert, sollen also mehr Licht einfangen können und damit vor allem bei dunklen Umgebungen spürbar bessere Ergebnisse garantieren. Zudem sind nun alle Pixel am Fokussieren beteiligt. Auch die Blende wurde verbessert: f/1.7 ist eine starke Ansage, das Galaxy S6 musste noch mit einer f/1.9-­Blende auskommen. Und: Dank des „Smart OIS“ getauften Bildstabilisators soll der Handy-Fotograf auch vor unschönen Verwackelungen geschützt sein.

Die Farben beim Galaxy S7 wirken viel natürlicher. Zudem werden auch einzelne Haare sehr detailgetreu abgebildet.

Die Farben beim Galaxy S7 wirken viel natürlicher. Zudem werden auch einzelne Haare sehr detailgetreu abgebildet.

Der Vorgänger liefert zwar ein sehr gutes und scharfes Foto, allerdings sind kleine Details, wie etwa Barthaare nur schwer erkennbar.

Der Vorgänger liefert zwar ein sehr gutes und scharfes Foto, allerdings sind kleine Details, wie etwa Barthaare nur schwer erkennbar.

Schöne Selfies

Auf der Vorderseite ist der Evolutionssprung kleiner ausgefallen: Für Selbstporträts und Videochats steht eine 5 MP-Knipse zur Verfügung, die ebenfalls mit f/1.7-Blende Licht hereinlässt.

Bewegte Panoramas

Natürlich ist auch wieder ein LED-Blitz an Bord, ebenso wie die bekannten Aufnahmemodi. Außerdem ist nun eine „Motion Panorama“ getaufte Funktion integriert, die bewegte Aufnahmen von Landschaften und dem Fotografen gänzliche neue Möglichkeiten verspricht.

Jede Menge Technik also, die dennoch weniger Platz braucht: Wurde beim Galaxy S6 noch kritisiert, die Kamera würde zu weit aus dem Gehäuse hervorstehen, hat sich Samsung nun auch dieses Problems angenommen: Gerade einmal 0,46 Millimeter ragt das Mikroobjektiv aus dem Gehäuse, was zur Folge hat, dass das Telefon deutlich besser aufliegt und nicht mehr lästig wackelt, wenn es auf dem Tisch abgelegt wird.

Galaxy_S7_Kamera_technik

16 MP > 12 MP: Ein Rückschritt

Auf dem Papier mutet die Kamera des Galaxy S7 etwas eigenartig an: Die Auflösung ist deutlich gesunken, was bei so manchem Anwender verständlicherweise für Stirnrunzeln sorgen dürfte. Wir dürfen beruhigen: Die einzelnen Pixel sind gewachsen, können also mehr Licht einfangen und liefern letztendlich auch bessere Aufnahmen. Die ersten Tests lieferten vielversprechende Ergebnisse, das Pixel-Wettrüsten dürfte damit vorerst ein Ende finden. Wie gut sich die Kamera tatsächlich schlägt, wird aber erst ein Langzeittest zeigen.

Fazit Kamera: Es wird sich zeigen, was die Kamera des Galaxy S7 wirklich zu leisten vermag. Der Ansatz ist durchdacht, das ohnehin schon tolle Foto-Modul des Vorgängers wurde noch einmal hochgerüstet.

Auf der nächsten Seite gibt es alles zur Technik und unser Fazit.

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