Saugen, Wischen, Mähen: Haushaltsroboter im Check

11. April 2020 Kommentare deaktiviert für Saugen, Wischen, Mähen: Haushaltsroboter im Check Kommentar(e)

Staubsauger

FAQ

Wie erkenne ich die Saugkraft?

Meist wird die Saugleistung in Watt angegeben, das beschreibt aber lediglich die maximale Leistung des verbauten Motors – und lässt kaum Rückschlüsse auf die tatsächliche Saugfähigkeit zu. Besser, Sie achten beim Kauf auf die “Pa”-Zahl. “Pa” steht für Pascal. Je höher die Zahl, desto kräftiger saugt das Gerät. Alternativ gibt es auch noch mmWa (Millimeter Wassersäule). Auch hier gilt: Eine höhere Zahl beschreibt eine bessere Saugleistung. Leider handhaben die Hersteller das nicht einheitlich, weshalb wir immer den Wert angegeben haben, den wir in Erfahrung bringen konnten.

Fassungsvermögen

Die meisten Roboter fassen rund 500 bis 700 Milliliter Staub. Das reicht in der Regel für einige Fahrten, immer abhängig vom Grad der Verschmutzung natürlich. Das Fassungsvermögen wird meist angegeben.

Lärmentwicklung

Staubsaugerroboter sind in der Regel leiser als ihre manuell zu bedienenden Kollegen. Zwischen 55 und 70 Dezibel erreichen die meisten Geräte, was etwas über der Zimmerlautstärke eines Gespräches liegt. In unserem Test waren aber deutliche Unterschiede bei der Lautstärke zu bemerken.

Dyson 360 Eye – Sehender Puck

Der sehr hohe Saugroboter aus dem Hause Dyson hat mittlerweile schon gute drei Jahre auf dem Buckel, gehört aber immer noch zu den Topgeräten auf dem Markt. Das gilt vor allem für die Saugleistung, im Test konnte der Dyson sowohl auf einem Parkettboden, als auch auf einem Teppich überzeugen. Dank der „Panzerketten“ bahnt er sich sehr zielstrebig seinen Weg. Die App hat über die Jahre einige Updates erhalten, so gibt es mittlerweile auch einen leiseren Saugmodus. Ist der gewählt, hält auch der Akku länger. Unter Volllast muss der 360 Eye nämlich nach etwa 45 Minuten an die Ladestation. Das erledigt er aber von alleine und wenn der Akku voll ist, geht es weiter. Die Umgebung erkennt er über die Kamera an der Oberseite. Das Raumtracking klappt hervorragend, sehen kann der Dyson 360 Eye aber nur bei Tageslicht.

Der Dyson 360 Eye arbeitet äußerst zuverlässig, braucht allerdings einige Pausen, bis er ein rund 45 Quadratmeter großes Wohnzimmer vollends gesaugt hat. Dafür gibt es Alexa-Anbindung, eine Kamera und viel Saugkraft samt starkem Antrieb.

+ Hervorragende Saugleistung, starker Antrieb, durchdachte App, Sprachsteuerung

Sehr hoch (passt unter keine Couch), Akku durchschnittlich, hoher Preis

Note: GUT

Preis: EUR 929 // Laufzeit: ca. 45 Min. // Ladezeit: 2 h // Leistung: 160 Watt // Lautstärke: 78 dB // Fassungsvermögen: 0,33 Liter // Maße: 28,7 x 18,5 x 33,2 cm / 2,4kg // bit.ly/sm360eye

Roborock S6 – Saugen und wischen

Schon der Roborock S5 überzeugte mit einem tollen Preis für viel Technik. Der S6 verdient ähnlich viel Lob, auch wenn er mit einem Anschaffungspreis von rund 540 Euro noch deutlich teurer ist. Dafür überzeugt der Saugroboter auf ganzer Länge: Das Gerät ist angenehm leise, spricht tatsächlich Deutsch (das ist bei Produkten aus China bekanntlich nicht immer der Fall), saugt zuverlässig und ist dabei auch noch vergleichsweise schnell. Stark ist auch der Akku: In unserem Test arbeitete der flache Robo über zwei Stunden durch. Einsatzbereit war er nach dem Auspacken in wenigen Minuten.

Neben der Saugfunktion verfügt der S6 auch über eine Wischfunktion. Der Wassertank ist allerdings (bauartbedingt) etwas spärlich bemessen und die nicht wiederverwendbaren Reinigungstücher sind auch nicht unbedingt durchdacht. Sonst alles top!

Saugen und wischen: Die leider nicht wiederverwendbaren Wischtücher werden einfach auf die Bodenseite des Roborocks montiert. Im Test klappte das Wischen ganz gut, wenngleich das Ergebnis natürlich nicht mit dem eines klassischen Mobs vergleichbar ist.

+ Sehr schnell, angenehm leise, Laservermessung, App-Anbindung, gute Saugleistung

App hat noch einige Funktionen im Beta-Stadium, Wegwerf-Wischtücher

Note: SEHR GUT

Preis: EUR 449 // Laufzeit: ca. 2,5 h // Ladezeit: 5 h // Leistung: 2.000 pa // Lautstärke: 57 dB // Fassungsvermögen: 0,48 Liter // Maße: 35 Ø x 9,7 cm / 3,5 kg // bit.ly/sm-robo

Ecovac Robotics Deebot Ozmo 900 – Schlechter Name, guter Sauger

So sperrig der Name, so umfangreich die Fähigkeiten dieses Vertreters. Der Ozmo 900 kann auch eine „Direktabsaugung“ starten, die sich vor allem in Haushalten mit Hunden und Katzen positiv bemerkbar macht. Dabei wird einfach die Rolle entfernt, wodurch Haare kaum mehr eine Chance haben. Praktisch ist auch die integrierte Wischfunktion. Auch hier bringen Sie einfach die mitgelieferten Reinigungstücher auf der Unterseite an und füllen den Wassertank. Der Sauger erkennt automatisch, dass eine Nassreinigung gewünscht ist. Unser testender Redakteur hat dieses Modell schon länger in Verwendung und wäscht die Wischtücher einfach nach Gebrauch – was gut funktioniert. Toll sind auch die Alexa-Anbindung und die Möglichkeit, in der App Bereiche einzuzeichnen, die der Ozmo 900 nicht in Angriff nehmen soll.

Nicht nur Katzen gefällt der Ecovac: Die Dezibelanzahl ist absolut in Ordnung, sie bewegt sich in etwa auf Zimmerlautstärke. Unserer Redakteurskatze „Pii“ macht der Lärm auf jeden Fall nichts aus – wie unschwer zu erkennen.

+ Tolle Reinigung, gut funktionierende Wischfunktion

– Lange Ladezeiten in der App, bleibt ab und zu an Hürden hängen

Note: SEHR GUT

Preis: EUR 399 // Laufzeit: ca. 1 h // Ladezeit: 4 h // Leistung: k. A. // Lautstärke: 66,7 dB // Fassungsvermögen: 0,45 Liter // Maße: 35,4 Ø x 10,2 cm / 3,4 kg // bit.ly/sm-ozmo

Eufy Robovac 30C – Chaostheorie beim Saugen

Das günstigste Modell unserer Kaufberatung arbeitet nach dem Chaosprinzip. Das heißt, der Staubsauger scannt den Raum nicht, anders als die meisten hochpreisigen Modelle. Er fährt einfach drauf los und ändert erst die Richtung, wenn er ein Hindernis wahrnimmt. Das kann mitunter zur Folge haben, dass einzelne Stellen nicht gereinigt werden, die erwischt er dann aber beim nächsten Mal – höchstwahrscheinlich. Dank einer Akkulaufzeit von fast zwei Stunden schafft der Robovac 30C aber ohnehin einige Quadratmeter bei jedem Gang zur Arbeit.

Über die EufyHome-App können Sie den Staubsaugerroboter auf Wunsch auch manuell manövrieren. Außerdem legen Sie in der Anwendung Zeitpläne fest, zu denen das flache Helferlein ausrückt. Über den Alexa-Skill können Sie den Robovac auch einfach per Zuruf starten.

Der Robovac scannt den Raum, der zu reinigen ist, nicht. Im Lieferumfang sind Magnetstreifen enthalten, die den Sauger vor gefährlichen Abgründen (die Stiege!) warnen. Sind die nicht montiert, geht es mitunter unfreiwillig bergab.

+ Alexa-Anbindung, toller Preis für einen guten Staubsauger, starke Akkulaufzeit

Saugt nur nach dem Chaosprinzip

Note: GUT

Preis: EUR 269,99 // Laufzeit: ca. 1,5 h // Ladezeit: 3,5 h // Leistung: 25 Watt // Lautstärke: 55 dB // Fassungsvermögen: 0,6 Liter // Maße: 32,5 Ø x 7,2 cm / 2,7 kg // bit.ly/sm-eufy

Unsere Testerkenntnisse

Akkulaufzeit als Gamechanger

Hier waren die Unterschiede teilweise erheblich. Der Dyson beispielsweise hat viele Vorteile, der Akku gehört aber nicht dazu. Stark waren hier oft günstigere Modelle. Warum? Ganz einfach: Weniger Technik bedeutet weniger Stromverbrauch. Das Chaosprinzip (siehe Robovac 30C) benötigt einfach weniger Akkukapazitäten.

Vermesstechniken

Die Kamera des Dyson Eye 360 ist oft praktisch, “übersieht” der Staubsauger doch so gut wie keinen Schmutz. Dafür müssen Sie sich bewusst sein, dass der Roboter Ihre Wohnung erkennt. Bei Dyson ist unsachgemäßer Datenschutz sicher kein Thema, bei unbekannteren Herstellern kann das aber durchaus der Fall sein. Die meisten unserer Testgeräte “erkannten“ die räumlichen Gegebenheiten. Das erlaubt genaueres Saugen, ermöglicht aber auch Datendiebstahl.

Höhe & Gewicht

Oft unterschätzt, aber (wie sich zeigte) sehr entscheidend: Die Höhe des Staubsaugers. Ein Modell passte nur halb unter unsere Bürocouch, blieb also ständig stecken – lästig. Der Dyson ist zu hoch für jede Couch, die meisten Modelle schlüpfen aber ohnehin darunter.

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oliver

Oliver Janko   Chefredakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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