OnePlus 2: Der Flaggschiff-Killer im Test

Peter Mußler 21. August 2015 1 Kommentar(e)
OnePlus 2: Der Flaggschiff-Killer im Test Androidmag.de 5 5 Sterne

Ein Phone, sie zu knechten – nicht die User, sondern die Konkurrenz, die für gleichviel Leistung deutlich mehr verlangt. Mit dieser Absicht wurde 2013 OnePlus gegründet. Und steht das zweite Powerphone des chinesischen Herstellers in den Startlöchern.

OnePlus_2_main

Ein OnePlus 2 zu ergattern, ist nicht leicht. Man muss sich auf einer Online-Warteliste registrieren und wird dann ausgewählt. Wer tatsächlich kaufen darf, bekommt dann automatisch die Option auf drei weitere Exemplare. Quasi Schneeballsystem und Tupper-Party in einem oder persönliche Empfehlung auf chinesisch. Die Nachfrage ist also zweifellos größer als das Angebot, doch statt die Produktion hochtourig zu fahren, will das junge Unternehmen vernünftig wachsen und sich nicht der oft brutalen Kritik aussetzen, mit der sich die absoluten Massenhersteller bei Ihren Top-Geräten konfrontiert sehen. Denn so viel sei vorab verraten: Ganz ausgereift ist das neueste Produkt der fernöstlichen Smartphone-Schmiede mit Ein-Kind-Politik noch nicht.

OnePlus_2_side_slider

Schnell mal abschalten. Dank dem sogenannten Alert-Slider lassen sich verschiedene „Störstufen“ ohne Display aktivieren.

Cover zwischen Bambus und Kevlar

Die erste Reaktion nach dem Auspacken: „Sieht ja genauso aus wie der Vorgänger!“ Das täuscht aber. Zwar gibt es noch den Rücken in Fels-Optik, doch der ist jetzt abnehm- und wechselbar. Drei Echtholz- und auch ein Kevlar-Cover können bestellt werden. Außerdem ist der Ring um das Frontglas, der nach poliertem Chrom aussieht, gewichen, unter dem Display ist sichtbar der Fingerprint-Scanner platziert und nun gibt es auch einen freigelegten Metallrahmen, der eine neue Schalterbelegung aufweist. Power- und Volumenschalter liegen jetzt wie üblich rechts, links wartet etwas ganz Neues, nämlich der „Alert-Slider“. Mit ihm kann ohne Aktivierung des Displays entschieden werden, ob alle, keine oder nur wichtige Telefonvorgänge auf sich aufmerksam machen dürfen.

Ein starkes Stück. Viel Power braucht Platz und drückt mit 175 Gramm ordentlich auf die Waage. Die Handling ist 5,5 Zoll angemessen.

Ein starkes Stück. Viel Power braucht Platz und drückt mit 175 Gramm ordentlich auf die Waage. Die Handling ist 5,5 Zoll angemessen.

Oxygen OS

Möglich macht dies Android Lollipop in der 5.1-Version, über das OnePlus nicht mehr CyanogenMod stülpt, sondern eine Eigenkreation mit Namen Oxygen, die für unsere OnePlus One-User in der Redaktion im Vergleich zum Vorgänger eher wie „abgespeckt“ daherkommt. Es gibt keine Theme-Engines mehr, wodurch die Individualisierbarkeit natürlich eingeschränkt wurde.

Interessant bei einem selbsternannten Flaggschiff-Killer ist natürlich auch die Leistung der Recheneinheit. Anders als der Leistungsführer Galaxy S6, aber genauso wie die abgeschlagenen Verfolger aus der Smartphone-Spitzenriege setzt OnePlus bei 2 auf den für Hitzewallungen bekannten Snapdragon 810. Der wird hier zwar auch sehr warm, aber nicht heiß. Grund hierfür könnte eine geschickte Taktung der acht Kerne sein. Vier schlagen mit 1,8 GHz und die anderen vier… Man weiß es nicht. Der Hersteller schweigt sich aus, andere konnten das Geheimnis nicht lüften. Der Wert dürfte für das Marketing zu tief liegen, für hohe Werte aber mehr als genügen. Zwar wurde die Marke des S6 im Antutu-Test nicht nur knapp verfehlt, aber immerhin die 50.000er Hürde genommen.

Das gelang in unserem Ranking bisher nur dem HTC One M9, das bei Einführung mehr als dopeelt so viel kostete. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass wir die 64-GB-Version zur Verfügung gestellt bekamen, die mit einem vier Gigabyte großen Arbeitsspeicher ausgerüstet ist. Wer „das kleine 2“ mit 16 GB ordert, erhält ein GB weniger RAM – zahlt aber auch nur 339 Euro.

Upside down! Zwischen den beiden Lautsprechern befindet sich ein USB 3.0-Port. Dem ist es egal, wieherum sich der Stecker nähert.

Upside down! Zwischen den beiden Lautsprechern befindet sich ein USB 3.0-Port. Dem ist es egal, wieherum sich der Stecker nähert.

Starker Akku, schwache Kamera

Um ein solches Rechenzentrum und noch dazu ein großes Display (das obendrein an Helligkeit und Farbintensität leicht, aber spürbar zugelegt hat) mit Energie zu versorgen, braucht es einen kräftigen Akku. OnePlus hat auch hier zugelegt und eine Batterie mit 3.300 mAh spendiert. Wo das Gerät zu wünschen übrig lässt, ist aber die Kamera. Mit 13 Megapixeln verfügt sie über genügend Bildpunkte und auch das Objektiv (f/2,0) ist lichtstark genug. Denoch wirken die Bilder außer im HDR-Modus blass und und fast immer schwammig. Ob das nur an der Software liegt (das RAW-Format ist per default nicht mehr auswählbar)? Dann sollte OnePlus dringend nachbessern, denn hier bringt die Konkurrenz deutlich bessere Ergebnisse.

Fazit

Die große Überraschung des OnePlus 2 ist nicht sein gutes Display, nicht seine sehr hohe Leistung, nicht sein riesiger Speicher und auch nicht seine noch schickere Optik. Es überrascht, weil es wieder sehr günstig ist, aber leider auch, weil zum Flaggschiff-Killer eine anständige Kamera fehlt. „Hasta la vista, Handy.“

daumen_hoch
Sehr starke Rechenleistung
Sensationeller Preis

 

daumen_runter

Vergleichsweise schwache Kamera
Derzeit nur mit Einladung erhältlich

 

OnePlus 2 bei GearBest bestellen.

 
Android
5.1
5,5"
1920x1080
Gewicht
175 g
13 MP
5 MP
Kamera
64 GB
GB
Speicher
4 GB
RAM
8x
1,8 GHz
CPU



OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 151,8x74,9x9,9 mm (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
53334
 
Grafik:
2768
 
Browser:
2079
 
Akku:
600
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 38/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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