Xiaomi Mi 6 im androidmag-Test

Peter Mußler 27. August 2017 Kommentare deaktiviert für Xiaomi Mi 6 im androidmag-Test Kommentar(e)

Xiaomi schürt die Vorfreude auf den Marktstart in Europa: Das Mi 6 ist handlich, gefällig, mit stärkster Hardware ausgestattet und dabei zu einem Spottpreis zu haben. Aber gibt es auch Nachteile?

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Im April stellte der chinesische Smartphone-Riese Xiaomi sein Mi 6 der Weltöffentlichkeit vor. Bei uns hat man davon jedoch nicht viel gemerkt. Geht man nach Zahlen, definiert sich die Weltöffentlichkeit nämlich problemlos auch ohne Europa. In Asien spielt die Musik.

Diese Musik kommt nun aber doch auch zu uns. Wie im Juli angekündigt, zunächst in die östlichen Länder des Kontinents, doch später wohl auch nach Mittel- und Westeuropa. Xiaomi-Geräten rücken also immer mehr in den Fokus auch für Käufer zwischen Schwarzem Meer und Atlantik. Das neue Flaggschiff des aktuell sechstgrößten Smartphone-Herstellers der Welt (das ändert sich häufiger) konnten wir nun testen und waren dabei sogar teilweise hingerissen – nicht nur wegen des traditionell starken Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Elegantes Design

Es klingt oben in der Bildbeschreibung an: Das Mi 6 erinnert auf der Rückseite in der Detailausformung und bei der Materialwahl stark an ein Samsung Galaxy S8. Auf der Vorderseite hingegen kommt das iPhone mit genügend Rand, sodass der Fingerabdrucksensor noch Platz unter dem Display findet. Die Qualität ist tadellos, das Gehäuse sogar wassergeschützt, wenn auch nicht dicht. Das Format des Geräts mit einer Schirmdiagonale von 5,15 Zoll ist traditionell, eben nicht so in die Länge gezogen wie das Top-Gerät von Samsung. Das Telefon liegt dadurch einfach gut in der Hand, wenn auch das Glas auf allen Seiten nicht gerade griffig ist.

Auffallend sind die beiden Augen auf der Rückseite. Plan versenkt, stören sie nicht beim Auflegen auf einer Tischplatte. Mit bloßem Auge lässt sich aber erkennen, dass es in den Kameraobjektiven Unterschiede gibt.

Zwei Objektive, zwei Bildwinkel

Bei zwei Kameras gibt es prinzipiell zwei Nutzungsmöglichkeiten: Entweder man sammelt zusätzliche Tiefeninformationen (Huawei, Honor) oder macht die Bilder definitiv mit zwei Kameras, z.B. mit verschiedenen Bildwinkel wie beim LG G6 (Porträt und Superweitwinkel). Xiaomi geht hier den „LG-Weg“. In der ­Kamera-­­­ ­App gibt es eine Taste für einen Multiplikator. Damit „springt“ man näher an ein Objekt (2x) oder vergrößert den Bildwinkel (1x). Prinzipiell eine tolle Sache, nur haben wir im Test festgestellt, dass das Mi 6 dennoch immer nur die von vorne gesehen linke Kamera benutzt. Im Telemodus scheint demnach nur die Software einen Ausschnitt zu vergrößern – dafür braucht es keine zwei Kameras, oder?

Bluetooth 5.0

Vielleicht löst sich die Kamera-Causa mit einem System-Update in Luft auf. Wir wollen das Gerät nicht nur daran messen. Xiaomi bietet viele weitere Features, denen man sich noch widmen muss. Eines davon ist Bluetooth der fünften Generation. Damit ist die Koppelung mit zwei Geräten möglich – für häufige Blauzahn-Nutzer ist das ein echter Fortschritt. So kann im Auto beispielsweise ein OBD-Adapter verwendet verwenden und gleichzeitig die Freisprechanlage. Oder zwei Musikboxen in der Wohnung. Oder…

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Rechengipfel

Ein weiteres technisches Sahnestück ist der verbaute Achtkernprozessor von Qualcomm (Snapdragon 835), der mit minimal 1,9 und maximal 2,45 Ghz taktet. Kann ihr Laptop das auch? Spielpartner ist ein 6 GB-Arbeitsspeicher und zusammen erklommen beide die Spitze unseres aktuellen Leistungsrankings – vor Samsung S8 und OnePlus 5 mit dem gleichen Prozessor. Kurz: An Geschwindigkeit mangelt es bestimmt nicht.

Aber saugt so ein Power-Protz nicht auch kräftig am Akku? Die Messung gestaltete sich wegen China-typischer Software-­Scharmützel schwierig. Dennoch war die Video-Streaming-Zeit bei gedimmter Helligkeit fast im Bereich der Top 10 angesiedelt. Apropos Helligkeit: Der IPS-Schirm strahlte voll aufgedreht extrem hell.

Mit nicht zwingend weniger Superlativen kann man sich dem Speicher widmen. Den Einstieg offeriert Xiaomi bei 64 GB, bietet aber auch eine beim Importeur nur circa 50 Euro teurere Variante mit 128 GB. Aufstocken per SD-Karte ist nicht möglich und wahrscheinlich auch nicht nötig. Wer noch ein paar Euros drauflegt, bekommt das Mi 6 übrigens auch mit Keramikgehäuse.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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