Um Akkulaufzeit zu erhöhen: Microsoft will Handy-Displays unter Fingern abdunkeln

Redaktion 6. Oktober 2014 0 Kommentar(e)

Mit einem unkonventionellen Konzept möchte Microsoft die Akkulaufzeit von Smartphones und Tablets erhöhen: Die Bildschirme der mobilen Geräte sollen unter den Fingern abgedunkelt werden, um Strom zu sparen. „FingerShadow“ heißt die Technologie, die Microsoft Research jetzt vorgestellt hat. 

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Unterschiedliche Ansätze zur lokale Dimmung. (Bild: Microsoft Research)

Unterschiedliche Ansätze zur lokalen Dimmung. (Bild: Microsoft Research)

Nicht der Prozessor, sondern das Display ist in modernen Smartphones und Tablets immer noch der größte Stromfresser. Mit Auflösungen, die längst die Full HD-Grenze durchbrochen haben und Diagonalen, die bei Top-Modellen meist jenseits von 5 Zoll liegen, sind die Bildschirme für den meisten Akkuverbrauch verantwortlich. Die Frage, wie man die Stromaufnahme von Displays verringern kann, haben sich die Forscher von Microsoft Research gestellt und dabei ein ebenso ungewöhnliches wie innovatives Konzept entwickelt: Die Bildschirme sollen unter den Fingern abgedunkelt werden.

13 Prozent weniger Strombedarf

Um das Konzept in die Tat umzusetzen, sind OLED-Displays vonnöten, bei denen einzelne Pixel an- und ausgeschaltet werden können. Die Idee dahinter: Verdeckt der Nutzer einen Bildschirm-Bereich mit seinem Finger, kann dieser ebenso gut abgedunkelt werden, um Strom zu sparen. Der Bereich, der vom Schatten des Fingers abgedunkelt wird, bräuchte zudem nicht mehr so stark beleuchtet zu werden, was ebenso Energie spart. Insgesamt, schreiben die Microsoft-Forscher, könnte durch die vorgeschlagene lokale Dimmung knapp 13 Prozent an Strom eingespart werden. Die Forscher analysierten für ihre Untersuchung die Fingerbewegungen von Nutzern, während sie die Apps von Facebook und Twitter bedienten.

Nicht viele Android-Smartphones werden unterstützt

Derzeit sei es aber nur eingeschränkt möglich, Fingerbewegungen auf einem Android-Smartphone zu tracken. Das für die Untersuchung verwendete Samsung Galaxy S5 sei nicht nur eines der wenigen Geräte, die das könnten, sondern kann Finger selbst dann erkennen, wenn diese nicht den Bildschirm berühren würden und sich im Abstand von 1,5 cm von der Oberfläche befänden. Die Tracking-Methode verursache zwar einen höheren Rechenaufwand, doch die Energieeinsparung durch die lokale Abdimmung sei insgesamt größer, erläutern die Forscher. „FingerShadow“ soll laut Microsoft Research in ein Framework für Android-Apps integriert werden. In Zukunft könnten neben Fingerbewegungen auch Eye-Tracker benutzt werden, um Teile des Bildschirms abzudunkeln, auf die der Nutzer gerade nicht blickt.

Microsoft kümmert sich um Android

Ein interessanter Ansatz, den Microsoft hier verfolgt. Zumal ja der Fokus augenscheinlich auf Android gelegt wird und nicht auf dem hauseigenen Windows Phone. Die „Mobile first, Cloud first“-Strategie vom neuen Microsoft-CEO Satya Nadella, die die Produkte des Software-Herstellers aus Redmond auf möglichst viele Plattformen bringen will – auch und vor allem auf die der Konkurrenz – scheint wohl erste Früchte zu tragen.

Was haltet ihr von Microsofts Konzept? 

Quelle: Microsoft Research (via heise)

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